Energiekosten im Blick: NORDGATE-Fachforum zeigte pragmatische Lösungen für Unternehmen

04.03.2026

Wie können Unternehmen ihre Energiekosten im eigenen Gebäude effektiv senken? Antworten auf diese Frage suchten und fanden 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim NORDGATE-Fachforum am 19. Februar in Bad Bramstedt. Im Mittelpunkt standen Machbarkeit und Praxistauglichkeit. Die Referenten zeigten überraschend einfache Lösungen, von der Optimierung der Heizanlage bis hin zu kostengünstigen Sanierungen für den Betrieb einer Wärmepumpe.

„Der wichtigste Hebel ist, dass sich Unternehmen überhaupt mit der Thematik beschäftigen“, sagte Micha Heinrichs von der WTSH (Transfer-Hub Klimaneutrales Wirtschaften), der im Schlosssaal in Bad Bramstedt durch die Veranstaltung führte. „Den Einstieg zu finden, ist für Unternehmen die erste Herausforderung. Und die meistern wir gemeinsam mit ihnen.“

Bestand optimieren statt erneuern

Ein Kernthema des Nachmittags war der Umgang mit bestehender Bausubstanz. Robin Burmeister, Geschäftsführer der Glaserei Manske, machte deutlich: „Man muss Fenster nicht immer herausreißen, sondern kann sie auch erhalten.“ Sein Ansatz ist es, aus vorhandenen Dingen eine längere Nutzungsdauer herauszuholen. „Auch alte Dinge können wiederhergerichtet, weitergenutzt und energetisch optimiert werden.“ Beim Thema Fördergelder riet er zum genauen Nachrechnen: „Manchmal ist es günstiger, den Bestand ohne Förderung zu optimieren, als mit Förderung neue Fenster einzubauen.“

Ähnlich direkt argumentierte Lars Höft von der Energieberatung.SH. Er sensibilisierte die Teilnehmenden dafür, sich von gängigen Dämmstandards nicht verunsichern zu lassen: „Um effizient mit einer Wärmepumpe zu heizen, braucht es keine maximale Dämmung." Weniger Sanierungsaufwand senkt die Vorabkosten erheblich, ohne das Ziel der regenerativen Energieversorgung aus den Augen zu verlieren.

Roland Hamelmann von eff+ zeigte, wie Abwärme aus Produktionsprozessen direkt ins Gebäudeheizsystem integriert werden kann.

Ein Teilnehmer fasste den Nachmittag treffend zusammen: Er nehme einen „vielfältigen Blumenstrauß an Informationen“ mit. Vor allem aber habe er erkannt, dass sich der Verbrauch senken lässt, ohne zwingend in große Sanierungen zu investieren.

Netzwerken über Kommunen hinweg

Neben dem fachlichen Input stand der Austausch im Mittelpunkt. „Ich freue mich sehr, dass hier Unternehmen aus verschiedenen NORDGATE-Kommunen zusammengekommen sind, um sich kennenzulernen und voneinander zu profitieren“, sagte Sabine Ohlrich von der Wirtschaftsförderung Kaltenkirchen.

Das Fachforum ist Teil einer wachsenden Veranstaltungsreihe, die NORDGATE für alle Unternehmen der Region organisiert. Den Auftakt bildeten im letzten Jahr zwei Veranstaltungen zum Thema „Künstliche Intelligenz“. Das Energie-Forum war bereits das dritte Forum, das NORDGATE in Kooperation mit der WTSH durchführte. Weitere Fachforen in den NORDGATE-Kommunen sind bereits geplant.

Weitere Eindrücke gibt es in diesem Video-Beitrag des Stadtmagazins Neumünster.